Christians Fotoblog

Photographie | digitale Bildbearbeitung

Infrarotfotografie

Infrarotfotografie mit der Canon EOS 300D

Hardware

  • EOS 300D oder eine vergleichbare DSLR
  • EF 50mm 1:1.8 II
  • Cokin P007 (89B Infrared), Hoya R72 oder vergleichbares Infrarotfilter
  • Stativ und Fernauslöser (Drahtauslöser, Fernbedienung o. ä.)

Software zur Bildbearbeitung

  • Adobe Photoshop (Elements oder CS2) oder The Gimp

Vorbereitung: Manueller Weißabgleich

Da etwa das oben aufgeführte Infrarotfilter zu einem Rotstich der Fotos führen würde, muss zunächst ein Manueller Weißabgleich durchgeführt werden. Andernfalls wären keine Farbinfrarot, sondern lediglich noch S/W-Infrarotfotos möglich.

Der Weißabgleich kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. So kann mit dem Filter vor dem Objektiv eine sonnenbeschienene Rasenfläche fotografiert werden (mache ich so – es geht aber auch anders).

Nur zum Verständnis: der manuelle Weißabgleich ist nur dann erforderlich, wenn die Fotos nicht im RAW-Format aufgenommen werden! Bei RAW-Fotos kann bzw. muss ggf. der Weißabgleich ohnehin im Rahmen der RAW-Konvertierung durchgeführt werden.

Fotografieren mit einem Infrarotfilter

Das Filter sperrt – abgesehen von einem kleinen Bereich des sichtbaren Spektrums – sämtliches sichtbare Licht aus. Dementsprechend kann der Sucher nur noch eingeschränkt beim Fotografieren genutzt werden. Daher sollte zunächst ohne Filter der gewünschte Bildausschnitt gewählt und das Motiv scharfgestellt werden.

Blende: um eine möglichst große Schärfentiefe zu erreichen, arbeite ich grundsätzlich mit Blende 8.

Verschlusszeit: abhängig von der Stärke des IR-Sperrfilters der DSLR bedarf es einer zum Teil deutlich längeren Verschlusszeit als bei Aufnahmen unter “Normalbedingungen”. Das Filter der 300D ist leider etwas stärker als z. B. das der D70, so dass ich bei Blende 8 und ISO 100 selbst unter guten Lichtbedingungen (strahlende Sonne) mindestens fünf Sekunden lang belichten muss.

Womit wir gleich beim nächsten Punkt wären: ohne stabiles Stativ und Draht-/Fernauslöser geht erfahrungsgemäß gar nichts. Allerdings reicht unter Umständen auch ein robustes Klemmstativ aus.

Aufnahmebedindungen: oben klang es schon kurz an: ohne strahlende Sonne lohnt es sich eigentlich nicht, zu Infrarotaufnahmen aufzubrechen. Ausserdem sollte das Motiv der Wahl hinreichend Infrarotlicht reflektieren. Lebendes Blattgrün wirft aufgrund des sog. Wood-Effektes (benannt nach seinem Entdecker) besonders viel Infrarotlicht zurück, so dass Blätter sehr hell, u. U. regelrecht weiß aussehen.

Allerdings ist es mir schon gelungen, im Laubwald unter eher ungünstigen Lichtbedingungen Infrarotaufnahmen zu machen. Hierzu waren aber Belichtungszeiten von 30 – 45 Sekunden erforderlich. Wer also ein Stativ, einen Drahtauslöser und genug Geduld dabei hat, sollte ruhig auch das einmal versuchen.

Weiterführende Links

Update 2009

Lange habe ich die Seite nicht mehr aktualisiert und eigentlich wäre es an der Zeit, denn bereits im April 2007 habe ich meine EOS 300D umbauen lassen: Das interne IR-Sperrfilter wurde dabei entfernt und durch ein IR-Filter ersetzt.

Seitdem kann ich wieder ohne Stativ und mit hellem Sucherbild (da kein Filter vor dem Objektiv mehr nötig ist) fotografieren.

Was ich oben geschrieben habe, gilt also nur für nicht modifizierte Kameras.


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